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Der Unterschied zwischen Trading vs. Investment an 2 Beispielen

Der Unterschied zwischen Trading vs. Investment ist nicht nur Grundwissen für jeden Investor, sondern meiner Meinung nach eine elementare Erkenntnis, um dein Depot langfristig vor großen Fehlern zu bewahren. Wenn du den aktiven Handel (Trading) und das langfristige Anlegen (Investieren) vermischt, kann es sehr leicht passieren, dass du mit einer nicht funktionierenden Strategie sowohl beim Investieren als auch beim Trading Schiffbruch erleidest. Dafür erfährst du in dem Beitrag nicht nur die Unterschiede in der Theorie, sondern auch wo beide Strategien in der Praxis häufig verschwimmen, und warum dies für viele Neulinge an der Börse oftmals zu einem Problem wird. Zum Schluss habe ich auch noch eine persönliche Anekdote für dich parat – stay tunded 🙂

Warum der Unterschied Trading vs. Investment so wichtig ist zu kennen

Vielleicht hast du dich auch schon gefragt: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Trading vs. Investment? Wenn es dir geht wie mir, hast du dich auch in deiner frühen Börsenkarriere schonmal dabei erwischt, wie du eine langfristige Investition schnell für einen kleinen Gewinn in der Angst veräußert hast, Gewinne wieder zu verlieren oder weil es zum jeweiligen Unternehmen aktuelle schlechte News gab. Diamond Hands, nur umgekehrt. Andersherum hast du vielleicht auch einen ursprünglich als Trade geplanten Kauf zur “Investition” werden lassen, weil dieser gegen dich gelaufen ist.

Für den langfristigen Erfolg an der Börse ist es aus meiner Sicht elementar, die Unterschiede zwischen Trading und Investieren nicht nur zu kennen, sondern zu verinnerlichen. Beide Strategien zu vermischen, vielleicht sogar ohne es zu wissen, kann ein echter Killer für dein Depot sein – ich spreche aus Erfahrung.

Investieren hingegen ist quasi ein Marathon an der Börse, kein Sprint. Investoren nehmen sich üblicherweise die Zeit, Unternehmen und Märkte gründlich zu analysieren, um langfristige Trends und Potenziale zu erkennen.

Unterschied Trading vs. Investment als Meme mit einer Erklärung
Den Unterschied Trading vs. Investment zu kennen ist die Grundlage dafür, dass das eigene Depot nicht Baden geht. Vor allem, weil die psychische Komponente beim Trading nicht zu unterschätzen ist.

Was ist Trading im Unterschied zum Investment?

Trading ist geprägt von schnellen Entscheidungen und kurzfristigen Gewinnen (oder Verlusten). Trader sind ständig auf der Suche nach Chancen, die sich ihnen in den volatilen Märkten bieten. Sie analysieren Charts, beobachten Kursmuster und versuchen, kurzfristige Trends zu erkennen, um innerhalb von Minuten, Stunden oder Tagen Gewinne zu erzielen. Ganz wichtig: Trading ist nicht gleich Trading. Beim Trading gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Strategien.

Die unterschiedlichen Zeiteinheiten beim Trading

Trading kann extrem kurzfristig orientiert sein. Beim „Scalping“ ist die geplante Haltedauer nur einige Minuten oder sogar nur wenigen Sekunden. Beim „Day-Trading“ werden Wertpapiere auch mal einige Stunden gehalten. Offene Positionen werden aber vor Ende jedes Handelstage geschlossen. „Swing-Trading“ bezieht sich auf Trades, die einige Tage bis Wochen offen gehalten werden. Daneben gibt es noch den Begriff „Positions-Trading„. Für die Meisten fällt das in die Kategorie Swing-Trading, wobei die Haltedauer mit einigen Wochen bis Monaten gemeinhin länger ist.

Umso länger die Haltedauer eines Trades ist, desto mehr spielen auch Aspekte des Investierens mit ins Trading. Vor allem im Fall des Positions-Trading ist der Übergang zum Investieren stellenweise fließend. Dies liegt daran, dass bei einer langen Haltedauer deutlich mehr fundamentale Daten eines Unternehmens betrachtet werden müssen, als beim Scalping oder Day-Trading. Dabei geht es nicht zwangläufig um die Frage, ob ein Unternehmen fair bewertet ist, oder nichts, sondern im einfachsten Fall um den Ausgang der nächsten Quartalszahlen.

Aktien fundamental analysieren und bewerten ist der Kern der Betrachtung der Aktien in meinem Rente mit Dividende Depot. Wie ich das mache, kannst du in dem verlinkten Artikel nachlesen.

Infografik zu den Zeiteinheiten beim Trading mit Unterschieden zwischen Scalping, Daytrading, Swingtrading und Positionstrading
Scalping, Daytrading, Swingtrading und Positionstrading und definieren sich über die Unterschiede der Zeiteinheiten beim Trading.

News-Trading, Charttechnik, Technische Analyse und Co.

Neben dem Zeitraum ist beim Trading weiterhin zu unterscheiden, mit welcher Strategie ein Trade eingegangen wird. Eine mögliche Herangehensweise ist das sogenannte News-Trading. Beim News-Trading geht es im Kern darum, wirtschaftliche, politische oder unternehmensbezogene Nachrichten schnell zu analysieren und Handelspositionen zu eröffnen, bevor sich der Markt stabilisiert. Trader die diese Strategie anwenden, beobachten genau Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten wie Arbeitslosenzahlen oder Inflationsberichten, Ankündigungen von Unternehmensgewinnen, Entscheidungen von Zentralbanken und geopolitische Ereignisse. Ein Trader, der extrem erfolgreich mit News-Trading ist, ist Michael Flender aka. Goldesel – schaut gern mal auf seiner Seite vorbei, es lohnt sich (#unbezahlte Werbung).

Eine weitere und die wahrscheinlich beliebteste Methode um Trades zu finden ist die Charttechnik oder Technische Analyse. Anstatt sich auf fundamentale Faktoren wie Unternehmensgewinne oder wirtschaftliche Kennzahlen zu stützen, werden Muster, Trends und Indikatoren in den Kurscharts untersucht. Es geht allein um die Preisentwicklung (Price Action). Für die Chartanalyse gibt es dann wiederum vielfältige Werkzeuge. Es geht los mit gleitende Durchschnitten, Trendlinien, Unterstützungs- und Widerstandlinien, Oszillatoren bis hin zu Formationen, Elliot-Wellen oder Trendfolge-Indikatoren.

Über Index- und Aktien-Trading, Forex-Trading, Commodities und Krypto-Trading

Die Überschrift gibt dir einen weiteren Vorgeschmack, über die Vielfalt des Trading. Wenn du dich schonmal auf meinem Rente mit Dividende Blog umgesehen hast, bis du wahrscheinlich am nächsten dran am Aktien-Trading. Aktien-Trading konzentriert sich auf den Kauf und Verkauf von Aktien, also Anteilen an einzelnen Unternehmen. Die Preise von Aktien schwanken bspw. in Abhängigkeit von Unternehmensnachrichten, Branchenentwicklungen und allgemeinen Wirtschaftsnachrichten. Index-Trading hingegen bezieht sich auf den Handel mit Indizes, die eine Gruppe von Aktien repräsentieren, wie den DAX oder den S&P 500. Hier spekulieren Trader auf die Gesamtentwicklung des Marktes.

Forex-Trading ist der Handel mit Währungspaaren auf dem Devisenmarkt (Forex-Markt). Im Forex-Trading werden Währungen immer paarweise gehandelt, z. B. EUR/USD (Euro/US-Dollar) oder USD/JPY (US-Dollar/Japanischer Yen). Es handelt sich um den größten und liquidesten Finanzmarkt der Welt, auf dem täglich Billionen von Dollar gehandelt werden. Wechselkurse werden von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, darunter wirtschaftliche Daten (z. B. BIP, Inflation, Arbeitslosenzahlen), politische Ereignisse, Zinsentscheidungen von Zentralbanken und die Marktstimmung.

Krypto-Trading ist der Handel mit digitalen Währungen wie Bitcoin oder Ethereum. Ähnlich wie beim Forex-Trading werden Kryptowährungen häufig als Währungspaare gehandelt, z. B. Bitcoin/US-Dollar (BTC/USD). Die Welt der Kryptowährungen hat sich in den letzten Jahren zu einem dynamischen und oft volatilen Markt entwickelt. Im Gegensatz zum traditionellen Aktienmarkt oder dem Forex-Markt, der durch Zentralbanken und Regierungen reguliert wird, operiert der Kryptomarkt weitgehend dezentralisiert. Ein wesentlicher Unterschied zum Forex-Trading liegt in der 24/7-Verfügbarkeit des Kryptomarktes. Während der Forex-Markt an Wochentagen rund um die Uhr geöffnet ist, kennen Kryptowährungen keine Handelszeiten.

Eine exotische Form des Trading ist Commodities-Trading. Dies umfasst den Handel mit Rohstoffen wie Öl, Gold oder Agrarprodukten, deren Preise von Angebot und Nachfrage, geopolitischen Ereignissen und Wetterbedingungen abhängen. Commodities werden meist nur von Institutionellen Tradern und Profis gehandelt.

Chart mit technische Analyse zur Verdeutlichung des Unterschiedes zwischen Trading und Investieren
Trading vs. Investment: Eine Technische Analyse oder Chartanalyse kann beim Trading und Investieren genutzt werden. Beim Trading ist das Werkzeug eigentlich unverzichtbar. (Bildquelle: TradingView)

Was Investieren ist an 2 Beispielen erklärt

Kommen wir nun zum Unterschied zwischen Trading vs. Investment. Investieren bedeutet grundsätzlich, dass du dein Geld in Vermögenswerte steckst, in der Hoffnung, dass diese im Laufe der Zeit an Wert gewinnen. Bei der Aktienanlage erwirbt man Anteile an Unternehmen und wird somit zum Miteigentümer. Man investiert in ein Unternehmen und nicht in einen hoffentlich steigenden Chart. Charttechnik sollte beim Investieren meiner Meinung nach eine untergeordnete Rolle spielen. Im Vordergrund stehen das Unternehmen und dessen Geschäftsmodell, das Management, Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis, das Kurs-Cashflow-Verhältnis oder die Margen und weitere unternehmensbezogene Faktoren.

Beispiel 1: Langfristige Beteiligung an einem Technologieunternehmen

Stell dir vor, du investierst in ein Technologieunternehmen, das innovative Softwarelösungen entwickelt. Du glaubst an das Potenzial des Unternehmens und seine Fähigkeit, in den kommenden Jahren zu wachsen. Indem du Aktien kaufst, beteiligst du dich an diesem Wachstum. Wenn das Unternehmen erfolgreich neue Produkte auf den Markt bringt und seine Umsätze steigert, steigt in der Regel auch der Wert deiner Aktien. Du könntest deine Aktien dann nach einigen Jahren mit Gewinn verkaufen oder von regelmäßigen Dividendenzahlungen profitieren, falls das Unternehmen diese ausschüttet.

Beispiel 2: Investition in einen breit gestreuten Aktienindexfonds (ETF)

Anstatt in einzelne Aktien zu investieren, entscheidest du dich für einen ETF, der einen bekannten Aktienindex wie den DAX oder den S&P 500 abbildet. Mit einem einzigen Kauf erwirbst du Anteile an einer Vielzahl von Unternehmen, die in diesem Index enthalten sind. Diese Strategie ermöglicht eine breite Streuung deines Kapitals und reduziert das Risiko, das mit der Investition in einzelne Aktien verbunden ist. Wenn sich der Gesamtmarkt positiv entwickelt, steigt in der Regel auch der Wert deines ETF. Du profitierst somit von der allgemeinen Entwicklung der Wirtschaft.

Das kann passieren, wenn man Investieren und Trading verwechselt

Im Intro habe ich dir noch eine persönliche Anekdote von mir versprochen. In meinem ersten Jahr an der Börse bzw. beim Investieren in Einzelwerte haben ich den Unterschied Trading vs. Investment nicht gekannt. Ehrlicherweise dachte ich, dass ich investiere. Was ich nicht auf dem Schirm hatte, war die Tatsache, dass ich bei einem vergleichsweise teuren Broker mein Depot hatte – die Neobroker waren erst im Kommen.

Außerdem war mein Depot zu der Zeit noch vergleichsweise klein. Dies hat dazu geführt, dass ich teilweise eine einzelne Aktie im Wert von 50 Euro gekauft habe und dafür nochmal über 10 Euro Gebühren draufgelegt habe – ohne dass mir das klar war. Ich hätte es natürlich wissen sollen und können, aber habe einfach nicht darauf geachtet. Zu allem Überfluss hatte ich wirklich keine Ahnung davon, was ich mache und habe wie wild einfach irgendwelche Aktien gekauft, die ich in den sozialen Medien gesehen hatte und die verkauft, die vermeintlich „zu teuer“ waren.

Bei einer sauberen Betrachtung der Einkünfte in Form von Dividenden und der Gebühren für das Jahr, muss ich konstatieren, dass ich mit Glück in dem Jahr überhaupt im Plus geblieben bin. Die Kursgewinne hat es zwar trotzdem gegeben, aber von den Dividenden blieb quasi nichts übrig.

Balkendiagramm zum Unterschied zwischen Trader und Investor anhand eigener Erfahrungen
Der Unterschied zwischen Trader und Investor war in meiner Anfangszeit fließend und bei sauberer Betrachtung der Einkünfte gegenüber den Ausgaben war das erste Jahr ein Nullsummenspiel.

Was ist das beste Depot zum Trading und Investment?

Trading vs. Investment ist natürlich nicht nur eine Frage des Wissens, sondern auch der Umsetzung. Wer sich ernsthaft am Trading versuchen möchte, kommt meiner Meinung nach nicht an mehreren Depots vorbei. Warum mehrere Depots sinnvoll sind, habe ich dir in dem verlinkten Beitrag beschrieben. Im einfachsten Fall hast du dann ein Depot zum Investieren und ein Depot zum Traden, dann bist du auf der sicheren Seite und widerstehst der Versuchung beides zu Vermischen.

Als Einsteiger und mit einem eher kleinen Depot sollte der Fokus auf den langfristigen Vermögensaufbau durch Investieren gelegt werden. Hier sind meiner Meinung nach breit gestreute ETFs oder sinnvoll ausgesuchte Einzelaktien die beste Wahl. In unserem Aktien und ETF Depot Vergleich findest du sicher den passenden Broker für dich. Beispielsweise findest du bei der Comdirect einen etablierten Broker mit höheren Gebühren aber breitem Handelsspektrum. Wenn das Depot einmal steht und du ein paar Erfahrungen mit dem Auf und Ab der Börse gesammelt hast, kannst du dich auch an aktiven Handeln mit Aktien oder gelegentlich auch mal Optionen bzw. Optionsscheinen rantrauen. Gute Broker mit günstigen Konditionen findest du in unserem Neobroker Vergleich. Scalable bietet beispielsweise zahlreiche Zertifikate.

Ob du das am Ende so machst, ist natürlich deine Entscheidung. Aus meiner Sicht sollte aber erstmal das Fundament stehen, bevor über das Haus nachgedacht werden kann.

Fazit zum Unterschied Trading vs. Investment

Der Unterschied Trading vs. Investment ist fließend und wie du an meinem Beispiel siehst, manchmal zu undeutlich. Den Unterschied Trading vs. Investment zu kennen ist aus meiner Sicht einer der wichtigsten Erkenntnisse, die man als Neuling an der Börse haben kann. Dazu gehört vor allem sich selbst zu kennen und ehrlich zu sein. Was sind die Gründe für das Investment? Was spricht vielleicht dagegen?

Eine Grundregel, die für mich nicht nur für das Trading, sondern auch für das Investieren gilt, ist dass man sich vor dem Kauf bereits Gedanken über den geplanten Ausstieg sowohl im Gewinn als auch im Verlust macht. Insbesondere die Begrenzung von Verlusten ist entscheidend für Trader. Doch auch wenn man sich als „Buy and Hold“ Anleger sieht, sollte es in 99% der Fälle ein Ausstiegsszenario geben. Das muss nicht zwangläufig eine Marke im Chart sein, sondern können auch der Wechsel von einem CEO sein, oder ein Turnaround der nicht einsetzt. „Buy and Hold and Check“, wie der große Christian W. Röhl so schön sagt.

Ich habe für jede meiner Einzelwerte ein Ausstiegsszenario definiert. Bei mir sind es dann Kriterien wie „Dividendenkürzung“ bei einem Dividendenaristokraten oder tatsächlich der Bruch von langfristigen Aufwärtstrends (meist Monatsbasis) im Chart.

Schreibt gern in die Kommentare, ob ihr euch für eure Investments auch Ausstiegsszenarien definiert 🙂


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